Mein Anfang…

Selbstgespräch eines Weinliebhabers.

Nachdem mein persönliches Umfeld so langsam die Schnauze voll hat, brauche ich neue Gesprächspartner. Am besten jemanden, der sich nicht wehren kann. Bei aktuell null Lesern führe ich also ein Selbstgespräch über Wein, Winzer und Dinge, die mit Wein zu tun haben.

Ich hab mir mal sagen lassen, alle guten Texte beginnen mit einer Frage. Trotz zweifelhafter Quelle, möchte ich diesem Ratschlag folgen.

Weshalb schreibe ich kein Tagebuch oder private Verkostungsnotizen?

Eine gute und vor allem berechtigte Frage. Doch ist es damit ja nicht getan, es reicht viel weiter: Habe ich denn wirklich genug zu erzählen, um einen ganzen Blog zu füllen? Bräuchte ich nicht eigentlich mindestens ein WSET-Diplom (mit Auszeichnung natürlich), um überhaupt über Wein schreiben zu können respektive zu dürfen?

Ich bin ganz ehrlich: An manchen Tagen kann ich eine Aprikose geschmacklich nicht von einem Pfirsich unterscheiden. Ich könnte euch jetzt gerade auch nicht beschreiben, wie eine Stachelbeere schmeckt oder wie ein nasser Sattel riecht. Den Unterschied zwischen Devon- und Blauschiefer müsste ich googeln und wenn man mich nachts wecken würde, um die Untergebiete des Burgunds abzufragen, würde ich höchstens mit einem Wecker werfen.

Und dennoch trau ich mich hier über Wein zu schreiben. (Okay, so richtig mutig ist es nicht, liest ja keiner.) Die Antwort auf all diese Fragen ist aber eigentlich eine ganz einfache:

Wein ist meine Leidenschaft!

Damit will ich gar nicht die Pathostrommel rühren. Ich freue mich einfach, diese Leidenschaft zu teilen, nicht als Oberlehrer, sondern als fellow wine nerd.

Was erwartet euch/mich hier:

Geschichten! Geschichten aus meinem Leben als Weinliebhaber, garniert mit Verkostungsnotizen. Ziel soll es sein, euch zum Schmunzeln zu bringen. Wie ich das schaffen will? Ehrlich gesagt, weiß ich es noch gar nicht so genau. Ich möchte über Wein schreiben und genau das werde ich tun.

Anregungen, Kritik und Wünsche sind gerne gesehen. Ich freu mich, sollte das Selbstgespräch zum Dialog werden. Ein Anfang und irgendwie ein Dialog zugleich, war auch dieser Wein, mein erster Naturwein und der hat uns jede Menge Gesprächsstoff geboten:

Weingut Heinrich – Naked White – 2018 (Burgenland/Österreich)

Schon die Cuveé ist spannend. Chardonnay, Weißburgunder, Neuburger, Welschriesling, Muskat Ottonel und Grüner Veltliner. Eine derart wilde Mischung muss ja fast als Naturwein daher kommen und genau das tut er auch. Maischestandzeit, spontane Gärung und natürlich ein biologischer Säureabbau im Holzfass. Wer jetzt denkt, daraus könnte sich nur ein babylonisches Geschmackswirrwarr ergeben, täuscht. Der Wein ist erstaunlich präzise und hält doch Überraschungen bereit. Die Nase bringt würzig pfeffrige Aromen zum Vorschein, darunter mischt sich noch etwas Apfel. Im Geschmack unaufgeregte mineralische Töne mit Kräutern und Zitrusfrüchten. Der wiederkehrende Pfeffer harmoniert ungemein gut mit etwas Salz und Apfel. Im Abgang ein leichtes Bitterli, stört hier aber nicht.

Der Wein ist wirklich spannend und vielschichtig. Kann man mal machen und sollte man vielleicht sogar. Nach freudiger Diskussion und so manchem infantilen Witz kamen wir zu einem Urteile: Gerne wieder!

2 Kommentare zu „Mein Anfang…

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