Etwas mehr Vorfreude!

Der oft zitierte Volksmund sagt, Vorfreude sei die größte Freude. Als Kind, kurz vor Weihnachten oder meinem Geburtstag, kam mir diese Phrase vor, als stamme sie direkt aus der höhnischen Vorhölle der neunmalklugen Weisheiten. Bis heute halte ich den Satz für eine ziemliche Luftnummer. Inzwischen verstehe ich ihn allerdings ein wenig besser. In einer Zeit, in der man am liebsten weder Zeitung noch Nachrichten-App öffnen möchte, ist die Flucht in den Alkohol leider keine Lösung. Vielleicht aber die Flucht in die Champagne.

Seit der Geburt unserer Zwillinge ist unsere Welt etwas kleiner geworden. Ausgedehnte Winzerbesuche und lange Verkostungsabende stehen derzeit nicht auf dem Programm. Stattdessen verbringen wir Stunden am Wickeltisch und legen kilometerweite Spaziergänge durch Frankfurt zurück. Der Alkohol hat uns dabei nicht wirklich gefehlt. Wohl aber die Leichtigkeit, die ein gutes Glas Wein manchmal mit sich bringt.

Inzwischen sind wir in unserem neuen Leben angekommen und der Wein hat seinen Weg zurück zu uns gefunden. Die Gelegenheiten zum Genießen sind seltener geworden, aber vielleicht gerade deshalb kostbarer. Und was eignet sich besser dafür als ein Glas Champagner?

Ihr könnt euch meine Freude vorstellen, als ich Ende letzten Jahres entdeckt habe, dass es ein Champagner-Abo gibt. In meiner gewohnt konsequenten Art konnte ich natürlich nicht widerstehen. Seitdem bekommen wir einmal im Monat eine Flasche direkt nach Hause geschickt. Einmal im Monat dürfen wir uns also über das Klingeln des Paketboten freuen, der uns ein kleines Stück Champagne vor die Tür legt.

Und genau diese Vorfreude verstehe ich mittlerweile.

Das Konzept hinter dem Abonnement ist ebenso einfach wie charmant. Zunächst hinterlegst du deine Präferenzen und erstellst ein grobes Geschmacksprofil. Anschließend erhältst du jeden Monat eine Flasche Winzerchampagner, die du bewerten kannst. Mit jeder Bewertung wird das Profil präziser und die Auswahl persönlicher.

Was das Ganze für mich besonders macht, ist jedoch die Liebe zum Detail. Jede Flasche kommt mit einem kleinen Snack und einer handgeschriebenen Karte. Es sind oft genau diese Kleinigkeiten, die den Unterschied machen und einem das Gefühl geben, nicht einfach nur Kunde zu sein.

Mein Champagner-Game steht zugegebenermaßen noch ganz am Anfang. Vielleicht gefällt mir die Idee deshalb so gut, regelmäßig mit Weinen in Kontakt zu kommen, die ich sonst vermutlich nie entdeckt hätte.

Weshalb schreibe ich also diesen Beitrag? Wurde ich dafür bezahlt? Erhoffe ich mir eine Bezahlung? Nein.

Wir haben heute die nächste Flasche ausgepackt und da war sie wieder: diese Vorfreude. Schon als die Versandankündigung vor ein paar Tagen eintraf, stellte sich dieses angenehme Kribbeln ein. Heute war es dann endlich so weit. Wir öffneten das Paket und stellten fest, dass die handgeschriebene Karte diesmal sogar auf jede einzelne unserer Bewertungen einging. Aus meiner Sicht eine absolute Peak Performance in Sachen Wohlfühlfaktor.

Ziel dieses Beitrags ist daher nicht, irgendetwas zu bekommen. Ich möchte lediglich eine kleine Botschaft verbreiten:

Gönnt euch etwas mehr Vorfreude. Gönnt euch etwas mehr Champagner.

Wer Sinn für die schönen Dinge im Leben hat, wird das Abo von Your Champagne lieben. Knapp 50 Euro im Monat sind ein überaus fairer Ticketpreis für eine so liebevoll kuratierte Reise durch die Champagne. Teilt es euch mit Freunden und ruft ein monatliches Champagner-Jour-Fix ins Leben oder verschenkt es an eure Liebsten. Egal wie: Trinkt mehr Champagner!

Ein klein wenig Eigennutz steckt in diesem Artikel allerdings doch. Je mehr Abonnenten Marc und Annika gewinnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch meine Reise noch lange weitergeht.

Hervieux-Dumez – La Vieille Cave Premier Cru -Brut – 2020

Unser Einstieg in diese Reise begann direkt mit einem Prachtexemplar. Keiner aus unserer Runde konnte sich diesem Champagner entziehen.

Nach 60 Monaten Hefelager verströmte er intensive Aromen von reifen Äpfeln und Brioche. Am Gaumen kitzelte die feine Perlage, während die straffe, elegante Säure die Mineralität wunderbar zur Geltung brachte. Dazu gesellten sich gelbfruchtige Noten und eine Cremigkeit, die uns für einen Moment alles andere vergessen ließ.

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